Kosten

Erfahrungen zeigen, dass der Neubau etwa 5–15 % teurer als ein konventionell gebautes Haus nach dem derzeit gültigen Energiestandard EnEV sei. Bei Sanierungen von Altbauten bewegen sich diese Mehrkosten erfahrungsgemäß zwischen 12 % und 18 %.

Die Kosten für die Lüftungsanlage im Einfamilienhaus betragen ca. 6.000 bis 10.000 € (2007) fertig eingebaut je nach Ausstattung.

Die Amortisationszeit kann mehr als 10 Jahre betragen; sie hängt im Wesentlichen von der nicht vorhersehbaren zukünftigen Energiepreissteigerung sowie von dem Zinssatz, mit dem die Investition finanziert wird, ab. Wer z.B. eine Eigenkapitalquote von 100 % hat und auf Habenzinsen nach Steuern von 3 % zugunsten einer Energiespar-Investition verzichtet, hat viel schneller den Kredit selbst zurückgezahlt als jemand, der z.B. 5 % Kreditzinsen bei einer Bank bezahlt. 

Auch kann die steuerliche Situation des Investors die Amortisationszeit beeinflussen. Außerdem hat man neben dem finanziellen Nutzen durch eingesparte Energie einen zusätzlichen Wohnkomfort, den man nicht in Geld umrechnen kann.

Mehrkosten beim Passivhaus

  • Besonders gute Wärmedämmung ↔ Materialkosten für den Dämmstoff (nach Volumen)
  • Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung
  • Sehr gut dämmende Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung
  • Aufwändigere Detaillösungen für die Abdichtung, da die luftdichte Hülle notwendig ist
  • In manchen Fällen Aufwand bei Sonderlösungen (z.B. für eine Katzenklappe)

Minderkosten beim Passivhaus

  • Kaminzüge nicht notwendig – hierdurch etwas mehr Wohnfläche (0,5 m x 0,5 m = 0,25 m²) und keine Kaminkehrerkosten
  • keine Heizkörper, keine Wand- oder Fußbodenheizung und dazu zugehörige Technik
  • Heizungs- oder Brennstofflagerraum nicht notwendig
  • Geringere Unterhaltskosten für Warmwasser und Heizung

Unterhaltskosten

Da als Heizung meist eine strombetriebene Wärmepumpe zum Einsatz kommt, hat man einen erhöhten Strombedarf. Dafür fallen keine gesonderten Heizungskosten an. Mit 1 kWh elektrischer Energie transportiert die Wärmepumpe zwischen 1,3 und 3,7 kWh Wärme auf ein höheres Temperaturniveau. Hinzu kommt, dass die aufgebrachte elektrische Energie ebenfalls als Wärme genutzt werden kann. Es ergeben sich also 2,3 bis 4,7 kWh Wärme pro kWh aufgebrachter elektrischer Energie. 

Die Leistungsrate wird als Coefficient Of Performance (COP) in den Anlagenbeschreibungen ausgewiesen. Der gesamte Bedarf an elektrischer und thermischer Energie (Warmwasser, Licht, Heizung etc.) eines Passiv-Einfamilienhauses mit 160 m² Gesamtfläche kann mit etwa 6400 kWh im Jahr angenommen werden. 

Etwa jeweils die Hälfte davon ist Wärmebedarf für Heizung sowie Warmwasser und sonstiger Verbrauch (Licht, Küchengeräte etc.). Der Wartungsaufwand für die Haustechnik entspricht dem eines normalen Wohnhauses.

 

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